Wie schon letztes Jahr saß ich, als ich mit diesem Blogartikel anfing, gerade im Zug und dachte über das vergangene Jahr nach. Während ich letztes Jahr voller Endorphine die Ziellinie des Jahr 2016 überquerte, saß ich dieses Mal da und fragte mich, was ich in den 12 Monaten bis hin zur Finishline besser machen hätte können.
2017 war sehr rasant – langweilig war mir definitiv nicht. Begonnen hat das Jahr, wie fast jedes Jahr, in Bad Gastein, nur leider ohne Snowboarden, weil ich mir im Dezember 2016 blöderweise in die Hand geschnitten hatte und dadurch weder schwimmen, noch Sportarten für welche ich meine Hand brauchte, ausführen konnte (Jänner). 
Doch zum Glück verlief die Heilung relativ gut und ich konnte bald wieder ins Schwimmtraining einsteigen, doch Fortschritte gab es leider vorerst nicht (Februar). 
Im März ging es dann mit ein paar Leuten vom Team Wechselzone für 6 Tage nach Mallorca auf Trainingslager, wo über 600km radelnd, laufend und schwimmend absolviert wurden und es mega Spaß machte eine Woche unter Gleichgesinnten zu trainieren. 
Im April lief ich wegen meiner Arbeit zum ersten Mal nicht beim Vienna City Marathon mit, sondern lief den 10km Lauf am Tag zuvor, den es zum ersten Mal gab, mit und konnte gleich mit einer Bestzeit von 43:07 brillieren. Es ging laufend total bergauf und ich konnte von Lauf zu Lauf spüren, wie ich immer besser und stärker wurde. 

Dann kam der Mai und mit dem Mai große Schmerzen in der Leiste und folgend im Knie. Das Runner’s Knee hatte mich glücklicherweise nur ca. 2 Wochen begleitet, weil ich schnell und gut reagierte und wusste, was zu tun ist. Doch der Leistenschmerz blieb und somit auch mal mein Lauftraining. Im Mai, Juni und Juli musste ich mich mit den verschiedensten Ärzten herumschleppen und ihre Meinungen zu meiner Leiste anhören. Von „du solltest besser mit dem Triathlon aufhören und das Laufen weglassen und somit Biathlon machen“ - WTF? bis „wenn ich diese Hüfte sehe und ans Laufen denke, wird mir schlecht“ konnte ich mir anhören und helfen konnte mir sowieso niemand, außer, dass eine weiche Leiste, die eigentlich nur Fußballer durch schnelle Ausweichbewegungen und Schüsse, bekommen können. Somit verzichtete ich den restlichen Mai mal aufs Laufen und musste auch meinen Staffellaufpart beim Ironman 70.3 in St.Pölten wehmütig gegen den Schwimmpart tauschen, aber einen Halbmarathon konnte ich zu dem Zeitpunkt definitiv nicht absolvieren. 
Ende Mai und im Juni verzichtete ich auf das Laufen im Training (nur kurze Koppelläufe) und lief nur die Wettkämpfe, bei denen ich schon angemeldet war und hatte glücklicherweise keine Schmerzen, obwohl ich die Leiste spürte. Wenn aber nach einem Wettkampf 5 Mädels zu dir herkommen und dich fragen, ob du einem Motor im Fahrrad hast oder was du genommen hast und du nach Eva Wutti die zweitbeste Radzeit hast, dann weißt du, dass beim Radeln einiges weitergegangen ist – zumindest das 😊 Auch ging es mir bei meinen ersten beiden Europameisterschaften in Kitzbühel (Olympisch), zwar mit erster Penalty Strafe, für die ich definitiv nichts konnte, und in Düsseldorf (Sprint) erstaunlich gut.
Im Juli hatte ich dann endlich meinen langersehnten Termin beim Ostheopathen/Physiotherapeut und er schaffte es mit nur wenigen Sitzungen meine Leiste wieder zu beruhigen und er verschrieb mir sogar laufen, weil er meinte, dass wir nur so sehen, ob es besser geworden ist. Also wurde wieder weitertrainiert, bevor die letzten Wettkämpfe im August und September anstanden. Nach einem erfolgreichen Krems Triathlon (August) wurde ich 5. Frau und bekam durch die mühsame Strecke bei der 4 verschiedene Untergründe durchlaufen werden, Knöchelprobleme und konnte dadurch wieder nicht laufen. 
Gerade als die Probleme wieder weg waren, wurde ich krank (Ende August) – Stirnhöhlenentzündung. Somit waren mal wieder 2 Wochen im Bett angesagt. Der Wettkampf auf den ich mich am meisten freute und ich mega motiviert war (Wien Triathlon Sprint und Olympisch) kam immer näher und die Entzündung wurde nicht wirklich besser. In der Früh des Wettkampfes ging es mir viel besser und ich entschied ich mich gegen jeglichen Rat zu starten und wusste was ich gesundheitlich aufs Spiel setzte, aber ich wollte es riskieren. Ich wollte Landesmeisterin in meiner Klasse werden. Zuerst war die Olympische dran und ich spürte schon beim Radeln, dass es nicht so ging, wie ich wollte. Das Laufen war aber mit Abstand das schlimmste, was ich jemals gemacht hatte, weil ich nur mehr husten musste und mich Schritt für Schritt durch die Kilometer schleppte. Im Ziel glühte ich, aber ich hatte es geschafft. Nach ca. 30 Minuten war plötzlich alles weg und ich fühlte mich gesund und startete somit auch auf der Sprint. Dort ging es mir von Anfang an super und ich konnte am Rad nochmal Gas geben. Beim Laufen ging es viel besser, auch wenn die Muskeln schon sehr beansprucht waren, aber ich hatte keinerlei Probleme. Im Ziel angekommen konnte ich mich freuen, dass ich es heil überstanden hatte und ich wurde auch noch Overall Sprint und in der OD in meiner Klasse Landesmeisterin und 1. bei der Doppelwertung und darf mich somit „Queen of Vienna“ nennen 😉 
Im September wurde dann noch meine Arbeitsstelle mit 30.11 gestrichen, was ich sehr schade fand, da ich meinen Job liebte. Aber wie sagt man so schön – wenn sich eine Türe schließt, öffnet sich eine neue – und ich beschloss die Triathlontrainerausbildung bei Tristyle zu machen. 
Im Oktober stand noch der Köln Halbmarathon an, wo ich wusste, dass keine neue Bestzeit rausschauen kann. Bis KM 11 ging es gut, danach war nur mehr sterben angesagt und ich schleppte mich mit 1:37 ins Ziel, mit einer Zeit, mit der ich nach den verletzungs- und krankheitsbedingten Monaten mehr als zufrieden war. Dann ging es in die verdiente Offseason und 3 Wochen Pause von Schwimmen, Radeln und Laufen war angesagt.

Nach der Offseason ging es Ende Oktober nach Sri Lanka und das Laufen war wieder angesagt. Jedoch war das dort mehr eine Qual durch die hohen Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit. Richtiges Training war das definitiv keines, aber zumindest konnten wir Surfen und uns erholen. Aber schon dort merkte ich, dass irgendetwas nicht mit mir stimmte (November). Ich war dauermüde, obwohl ich viel schlief und ich fühlte mich dauernd wie in einer Blase. Ich tippte zuerst auf Eisenmangel und ließ mich dann gleich in Wien wieder testen. Doch das war anscheinend nicht der Grund. Ich begann wieder mit strukturiertem Training und da ich kaum mehr Arbeit hatte mit zwei Einheiten pro Tag. Doch es passte einfach nichts. Beim Laufen und Radeln stieg der Puls gleich nach ein paar Minuten auf 170 obwohl ich ganz langsam startete und beim Schwimmen dachte ich die ersten 10 Minuten, dass ich ersticken würde. Zudem war mir dauerkalt, ich hatte Konzentrationsschwierigkeiten, konnte keinen Gesprächen länger als 2 Minuten folgen und das Blasengefühl hatte ich noch immer. Das schlimmste aber waren die extremen Kopfschmerzen, die ich so nicht gewohnt bin. Also ging ich zu meiner Ärztin, die sofort, das schlimmste befürchtete und mich fragte, ob ich vlt mal krank trainiert hatte. Öhm..ja..vielleicht, war meine Antwort, geistig die Finishline vom Wien Triathlon vor Augen. Ihr Verdacht war eine Herzmuskelentzündung ohne zu wissen, was ich meinem Körper im September angetan hatte. Sie schickte mich gleich mal zum Lungenröntgen, zur Schilddrüsensonografie, zum Kardiologen und zu diversen Blut- und Pipiabnahmen. Alles war in Ordnung (meine Schilddrüse laut Arzt perfekt, meine Lunge gut trainiert und mein Herz wunderschön) bis auf meine Schilddrüsen Antikörper Werte, die etwas erhöht waren. Und das war anscheinend auch mein Problem, denn auch wenn die Werte nicht so hoch sind, wie bei Personen, die unter der Hashimoto-Autoimmunerkrankung leiden, könnte es der erste Schub gewesen sein. Denn die Symptome wiesen darauf hin. Es waren die 5 schlimmsten Wochen meines Lebens. Wenn du weißt, es stimmt etwas nicht, du deinen Körper nicht steuern kannst, sondern du einfach nur Passagier bist, aber du einfach nichts machen kannst. Oft konnte ich einfach nicht anders und musste einfach heulen - einmal sogar während eines Laufes, weil jeder Meter einfach nur weh tat. Zwar wurde es dadurch nicht besser, aber ich konnte so zumindest etwas Druck abbauen. Nach 5 Wochen (Dezember) war alles wieder vorbei und von einem Tag auf den anderen ging es mir wieder gut, ohne, dass ich explizit etwas dagegen gemacht hatte. Die Werte beim Laufen gingen wieder hinauf, ich merkte, wie ich beim Stufensteigen wieder Kraft hatte und auch das Schwimmen ging wieder ohne Luftprobleme. Auch das Kopfweh und die anderen Probleme verschwanden und ich konnte wieder normal trainieren… 
BIS ich wieder mit Husten angesteckt wurde und somit wieder vor Weihnachten aussetzen musste. Es war mir definitiv eine Lehre, nach dem ganzen Ärztemarathon, weswegen ich krank definitiv nicht mehr trainiere. Somit fiel leider auch der Silvesterlauf in Klagenfurt flach. Seit ein paar Tagen kann ich aber wieder locker trainieren und laut den Werten hat mir die Pause auch gut getan. 😊 Somit bin ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge an der Finishline 2017 angekommen und habe es im Gefühl, dass der nächste Jahresmarathon nur besser werden kann. Vor allem weil viele neue Herausforderungen anstehen - wie der erste Marathon und die erste Mitteldistanz, denen ich beide mit viel Respekt entgegen schaue.



Wer mich kennt, der weiß, dass mein absoluter Lieblingsschuh für den Triathlon und für die Freizeit der On Cloud ist. Als ich gehört habe, dass der Cloud weiterentwickelt werden würde, um daraus einen Performance Schuh zu machen, war ich richtig aus dem Häuschen. Mein Lieblingsschuh, nur noch besser? Ich konnte mir nicht vorstellen, dass man den Schuh noch verbessern konnte, außer ihn etwas resistenter zu machen, weil er sich relativ schnell abnützt, wenn man ihn in der Freizeit und im Triathlon trägt (so wie ich es mache).

Natürlich musste ich ihn gleich haben, um ihn auszuprobieren. Als ich ihn dann endlich in den Händen hielt, fiel mir sofort die Ähnlichkeit zum Cloud im Design auf, jedoch hatte sich im Schnitt einiges verändert. Einerseits wurde er viel schmäler und schnittiger – ich würde schon fast das Wort „raciger“ in den Mund nehmen - und der Schuh als Ganzer sieht mehr wie ein Laufschuh aus. Ich würde meinen, dass der Cloud sich von einem Freizeitlaufschuh zu einem Performance-Laufschuh entwickelt hat. Vor allem ist er auch leichter geworden als sein Vorgänger, obwohl der Cloud kaum Gewicht auf die Waage brachte.

Sofort sprang mir die neue Sohlenkonstruktion ins Auge, denn die sah etwas anders als bisher aus. An den Clouds, die bei mir am schnellsten abgenutzt waren, weil da die Energieübertragung am höchsten ist, sind jetzt Verstärkungen verarbeitet, die auch noch für zusätzlichen Grip bei Nässe sorgen -  somit ist auch eine längere Lebenszeit gesichert. Auch haben sich die Formen der Clouds verändert und sind jetzt in der Mitte nicht gerade abgeschnitten, sondern in V-Form, sodass keine oder weniger Steine hängen bleiben können. Ich bin mit dem Schuh jetzt 5x gelaufen und hatte noch keinen einzigen Stein im Schuh, was aber auch Zufall gewesen sein könnte.

Das Obermaterial ist wohl die größte Veränderung zum Cloud. Es ist weicher und besteht aus zwei verschiedenen Schichten, das den Fuß umschließt wie eine Socke und gleichzeitig auch atmungsaktiver ist. Diese Luftigkeit spürt man vor allem beim Laufen. Auch stellte bei manchen Personen beim Cloud das Obermaterial ein Problem dar, weil es beim Abrollen einen Knick seitlich verursachte und so das Material mit der Zeit kaputt wurde. Das kann mit dem neuen Mesh-Material nicht mehr passieren.

An der Ferse wurde eine Fersenkappe eingearbeitet, die gut von außen erkennbar ist. Dadurch sitzt der Schuh besser am Fuß, bietet mehr Halt und man steht allgemein stabiler im Schuh. Durch die Schuhbänder, die die Gummibänder (leider) ersetzen, kann die Schnürung individueller angepasst werden und man rutscht nicht im Schuh herum. Auch ist der Abschluss des Schuhs und die Zunge weniger gepolstert, wobei, wenn man innen in den Schuh reinschaut, sieht man, dass kleine Pölsterchen eingebaut wurden, die den Knöchel präziser stützen. Wenn wir schon im Schuh sind, ist auch die Einlegesohle sehr auffällig, denn sie besteht nun aus zwei Teilen und passt sich dadurch dem Fuß besser an – man spürt die zusätzliche Dämpfung und den besseren Halt.


Natürlich habe ich den Schuh nicht nur genauestens inspiziert, sondern bin damit auch gelaufen.  ;) Wenn man hineinschlüpft spürt man sofort, wie gut der Schuh nun sitzt. Während ich vorher diese lockere Passform ganz gern gehabt habe, kristallisierte sich aber auf den ersten Metern schon heraus, dass ich den festeren Sitz und Halt dann doch bevorzuge und ich nicht im Schuh herumrutsche. Beim Loslaufen gibt der Schuh die Richtung an und zwar nach vorne, denn die Sohle sorgt für ein perfektes Abrollen und verhindert somit ein umknicken nach innen oder außen. Auch ist die Sohle härter und dadurch direkter geworden, die aber trotzdem gut gedämpft ist und somit einem längeren Lauf nichts im Wege steht. Wobei ich finde, dass er am liebsten schnell unterwegs ist.

Wie schon im Cloud gibt es wieder eine Innensockenkonstruktion, womit der Schuh auch ohne Socken laufbar ist und somit für meine nächste Triathlonsaison hoch auf der Liste stehen wird. Wie ich weiter oben schon erwähnt habe, ist die Polsterung am Abschluss der Oberkante dünner geworden. Das ist ein Punkt, der mir leider etwas negativ aufgefallen ist, denn beim ersten Lauf hat mir der Schuh am äußeren Knöchel leichte Schmerzen bereitet. Zwar ist es beim zweiten und dritten Lauf besser geworden, aber den Abschluss finde ich trotzdem nicht ganz gelungen und das ist auch der einzige Minuspunkt, den ich am Cloud X gefunden habe.

Dadurch, dass die Konstruktion allgemein stabiler geworden ist und mehr Halt gibt, ist der Schuh auch perfekt für das Fitness Studio bzw. für Workouts zu Hause oder auf der Straße geeignet. So kann man ohne Probleme Körpergewichtsübungen machen ohne dabei den Halt zu verlieren. Bei schweren Gewichtsübungen sollte man aber zu geeigneterem Schuhwerk greifen, aber Laufschuhe sind dafür allgemein nicht geeignet. So steht einem spontane Workout während dem Laufen auch nichts mehr im Wege.

Fazit


Der neue Cloud X verkörpert Lifestyle und Performance in einem Schuh. Er wurde vom Freizeitlaufschuh zum Performance-Laufschuh weiterentwickelt.  Auch wenn die Grundidee, die gleiche geblieben ist, hat sich am Schuh einiges geändert. Für mich stellt er einen Laufschuh dar, der sowohl in der Freizeit, wie auch im (Fitness-)Training getragen werden kann, aber auch gleichzeitig ein Wettkampfschuh für Bestzeiten sein kann (werde ich natürlich beim nächsten Wettkampf gleich testen ;)). Auch wenn die Abschlüsse seitlich an den Knöcheln einen Minuspunkt darstellt, weil die Polsterung einfach zu dünn ist und deswegen einschneiden kann, macht er das mit vielen Neuerungen, wie zum Beispiel den stabileren und festeren Halt, die schmälere und schnittigere Form und das bessere Obermaterial, wieder gut. Besser kann ein Laufschuh nicht sein, wie ich finde.

Alle weiteren Infos zum On Cloud X gibt es hier: On Cloud X
 

Viele kennen meine „Geschichte“ ja schon. Früher war ich 10kg schwerer, war der Meinung das Sport Mord ist und Ausdauer hatte ich nur im Biertrinken. Und sowieso war mir alles eigentlich so ziemlich egal… 10 Jahre später bin ich die größte Ehrgeizlerin, liebe drei Sportarten innigst und bin 10kg leichter. In dem Blogartikel möchte ich aber nicht die Gründe erzählen, wie es dazu kam, sondern, was der Triathlon mit mir als Person angestellt hat.

Als ich 2009 mit dem Laufen begonnen habe, wusste ich noch nicht, wohin die Reise gehen würde. Und ja, freiwillig habe ich auch nicht mit dem Laufen begonnen. Mir wurde es unterschwellig immer wieder innigst „empfohlen“, wegen meines Gewichts und meiner Gesundheit, da ich auch nicht unbedingt selten krank war. Unbedingt zufrieden war ich mit meinem Leben auch nicht, irgendwie hatte ich immer eine etwas depressiv angehauchte Grundstimmung. Ich hatte einfach kein Lebensziel, kein Jahresziel, nicht mal ein Tagesziel, außer mit meiner Diplomarbeit fertig zu werden, die sich aber ständig quer stellte und mir das Leben schwer machen wollte. Das Schlimme aber war, dass mich jede negative Kleinigkeit aus der Bahn warf und mich tagelang fertig machte. Ich wusste, dass es so nicht weitergehen konnte, also folgte ich irgendwann den Worten meiner weisen Zeitgenossen und begann mit dem Laufen, denn schlimmer konnte es nicht werden.

Es dauerte nicht lange und ich verstand, was alle am Laufen so faszinierte. Es war das Abschalten können, das Zeit mit sich und seinem Körper zu verbringen und das Gefühl des Freiseins – das kam natürlich erst nach so ca. 1-2 Jahren, davor war es eher der Versuch beim Laufen keinen Herzkasper zu erleiden und zu überleben. Da mein Freund Philipp eigentlich mit Triathlon begann, bevor er überhaupt richtig, also regelmäßig lief, und ich ihn sehr oft bei Triathlons begleitete, mit ihm Wechselzonentrainings machte und sonst auch immer sehr viel mitbekam, begann mich der Sport irgendwann zu faszinieren. Aber eigentlich nicht zum selbst ausüben, sondern aus gemütlicher Entfernung, wo ich alles schön im Blick hatte und nicht aus meiner Komfortzone raus musste und mich schon gar nicht beim Radfahren oder Schwimmen abquälen musste. Doch da ich dann doch schon beinahe jedes Wochenende damit konfrontiert wurde, wollte ich auch einmal durch die Ziellinie laufen und so glücklich und zufrieden sein, wie die Finisher, die ich immer beobachtet habe. Doch eigentlich war es keine Option für mich, denn ich wollte auf keinen Fall einen Triathlon machen, solange ich im Wasser einfach nur absoff.

Doch auch hier kam alles anders als geplant und so machte ich meinen ersten Triathlon ohne kraulen zu können (und eigentlich auch ohne Radfahren trainiert zu haben). Zwar schwamm ich wie eine Ente, die auch noch wasser- und kältescheu war, doch ich überlebte zumindest irgendwie und war nicht die Letzte. Man muss aber auch sagen, dass die Bedingungen bis heute kein einziges Mal so schrecklich waren wie damals. Anfängerglück sozusagen! Als ich im Ziel dann auch noch mit Krämpfen ankam, hinderte mich dies trotzdem nicht, schon an den nächsten Triathlon zu denken. 
Also begann ich mit strukturierterem Training, vor allem aber mit Training abseits des Laufens…

Seitdem sind 3 Jahre vergangen und ich blicke extrem gerne auf diesen Moment zurück, als sich das Feuer in mir entfacht hat und ich die Eintrittskarte in ein erfüllendes Leben gelöst habe. Seitdem trainiere ich ca. 10-16 Stunden die Woche, bin strukturiert (nur was das den Sport betrifft!) und vor allem habe ich eine Eigenschaft entwickelt, die ich vorher nicht kannte: Ehrgeiz! Früher hat mich nichts interessiert, alles was ich gemacht habe, war immer irgendwie dahin wurschteln und wenn etwas nicht geklappt hat, dann hat es eben nicht geklappt. In den letzten Jahren wurde ich so ehrgeizig, sodass ich oft extrem enttäuscht bin, wenn ich gesetzte Ziele (auch so etwas kannte ich vorher nicht) nicht erreiche. Meine Mitmenschen freut es immer wahnsinnig, wenn ich sie wiedermal stundenlang anhören können, dass ich eine Sekunde am Kilometer zu langsam war und deswegen die Welt für mich zusammengebrochen ist. Unter uns gesagt, es gibt doch nichts Schlimmeres, oder? ;) Aber ja, gesunder Ehrgeiz gehört zum Sport, weil sonst würde auch nichts weiter gehen und man würde sein Leben lang nur dahintraben. Denn ohne Ziele wird man Training nie so durchziehen können als mit.

Dieser Ehrgeiz und die Zielstrebigkeit hat sich aber nicht nur auf den Sport gesehen entwickelt, sondern auch in allen anderen Lebensbereichen. Wenn ich eine Aufgabe habe, dann setze ich auch alles daran, diese zielgerichtet und genau zu erledigen. Früher kannte ich den Ehrgeiz nur bei Mario ja seine Prinzessin retten zu können und die Zielstrebigkeit die Packung Chips auf jeden Fall aufzuessen bevor sie ihre Knusprigkeit verlieren… Die wichtigste Eigenschaft, die ich aber in den letzten Jahren entwickelt habe ist ein gutes Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. Früher war ich introvertiert und unsicher und brachte bei unbekannten Personen kaum ein Wort raus – heute bin ich im Einklang mit mir selbst und weiß, wo meine Stärken und Schwächen liegen und wie ich damit umgehe. So macht es mir kaum mehr etwas aus vor großem Publikum zu sprechen oder mich auch zum Affen zu machen. Früher hätte ich zum Weinen begonnen und wäre weggelaufen. Meine Persönlichkeit hat sich definitiv zum Positiven verändert.

Dadurch, dass ich durch den Triathlon aber so viele neue und vor allem offene Leute kennengelernt habe, die genauso ticken wie ich, haben diese meistens Verständnis, wenn für mich mal wieder aufgrund von wenigen Sekunden die Welt zusammen gebrochen ist, weil sie solche Situationen von sich selbst mehr als gut kennen. Aber auch umgekehrt sind sie diejenigen, die besser als jeder andere verstehen, warum man sich über ein erreichtes Ziel so extrem freuen kann, dass alles andere auf der Welt nebensächlich ist. Aber lustigerweise kann ich mit genau den Leuten auch viel besser über andere Themen sprechen, als mit Nicht-Sportlern bzw Nicht-Triathleten. Woran es liegt? Keine Ahnung, aber es ist mir in den letzten Jahren einfach aufgefallen.

Aus genau dem Grund habe ich auch ein Team gegründet (aus dem vor kurzem ein Verein wurde), das genau solche Leute, die wie ich ticken, zusammenbringt und verbindet. Denn man kann es kaum glauben, wie wichtig es ist, auch Personen um sich zu haben, die deine Leidenschaft mit dir teilen. Leute, die dich nicht komplett für irre halten, wenn du dir das 5. Rad kaufen möchtest oder von dem Traum vom Ironman erzählst. Genau diese Freunde braucht man und die habe ich in den letzten Jahren definitiv gefunden und es werden immer mehr J


Die positivste Begleiterscheinung abseits von Freunden, die der Triathlon bzw. das Laufen mit sich gebracht hat, ist definitiv die Gesundheit. Ich kann die Tage, die ich aufgrund von Krankheit in den letzten 8 Jahren ausgefallen bin, auf zwei Händen abzählen. Mein Immunsystem ist viel stärker geworden, weswegen ich mich seltener anstecke. Und gleichzeitig achte ich auch viel mehr auf meine Gesundheit, weil nur ein gesunder Körper die Leistung erbringt, die ich für meine Ziele brauche. So habe ich relativ schnell mit dem Rauchen aufgehört, trinke kaum Alkohol und esse viel gesünder, ohne dass ich jetzt auf irgendetwas verzichte (schon gar nicht Schokolade o.ä. ;)) und mir geht nichts davon nur irgendwie ab. Natürlich gibt es Tage, wo ich Schnitzel mit Pommes und als Nachspeise Palatschinken esse, aber eben auch die Tage, wo ich mich hauptsächlich nur von Gemüse, Obst und Vollkornprodukte ernähre. Ich denke eine gesunde Mischung macht es aus und für mich hat das bisher gut geklappt.

Durch den Triathlon bzw. das Laufen habe ich auch ein besseres Körpergefühl entwickelt. Früher hatte ich eine schlechtere Haltung, Rückenschmerzen, so etwas wie Körperspannung war mir fremd und auch neue Sportarten zu lernen war aussichtslos und hat mehr Tränen bei mir ausgelöst als dass ich etwas gelernt hätte. Das ist jetzt definitiv anders und ich habe richtig Lust darauf neue Sportarten zu lernen. Als ich nur gelaufen bin, war ich auch viel öfter verletzt. Da man beim Triathlon aber 2 weitere Sportarten als Alternative hat, beansprucht man nicht nur die Muskulatur, die zum Laufen benötigt wird und kann durch die weiteren Sportarten den Regenerationsprozess beschleunigen.

Der Triathlon hat mit meiner Persönlichkeit, meinem Körper und mit meinem sozialen Umfeld sehr viel angerichtet, jedoch in einem positiven Sinn. Er raubt mir zwar auch extrem viel Zeit, aber Zeit, die ich sonst sowieso nur verplempert hätte, denn wenn ich Freizeitaktivitäten, wie z.B. Kinobesuche oder Treffen mit Freunden, machen möchte, dann habe ich mir das bisher immer gut einteilen können, denn es ist alles nur eine Frage des richtigen Zeitmanagements und der Prioritätensetzung. 

Somit: Danke Herr oder Frau Triathlon, wie auch immer du das angestellt hast, ich möchte mich hiermit für alles bedanken!!!








Wenn man viel trainiert und viele Wettkämpfe macht, braucht man auch Energie - schnell verfügbare Energie vor allem. Bei langen Radausfahrten fällt es mir immer wieder auf, dass ich nicht nur Zuckerhaltiges brauche, sondern mein Körper auch immer wieder nach Salz verlangt. Auch bei olympischen Distanzen und Halbmarathons ist es schon desöfteren passiert, dass ich Krämpfe in den Waden und Oberschenkeln bekam. Natürlich kann man sich ein Sandwich mitnehmen, aber praktisch ist etwas anderes... Aus dem Grund habe ich ein einfaches Rezept kreiert, das sowohl süß als auch salzig schmeckt, leicht zum Mitnehmen ist und schnelle Energie liefert: Sweet & Salty Energy Balls.
Auch haben sie mir schon geholfen, dem Nachmittagstief zu entwischen.

Sweet & Salty Energy Balls (ca. 20 Stk)

-400g Dattelpaste (gibt es beim Türken) oder entsteinte Datteln
-100g Haferflocken
-100g geröstete & salzige Erdnüsse
-3 Teelöffel Erdnussbutter
-3 Teelöffel Kokosnussöl
-nach Belieben: 2 Esslöffel Backkakao, wenn man es etwas schokoladiger möchte
-evtl etwas Wasser

1. Haferflocken und Erdnüsse in einem Mixer zerkleinern. Die Datteln/Dattelpaste, das Kokosöl und die Erdnussbutter hinzufügen und gut durchmixen. Wenn die Masse zu klebrig ist, ein wenig Wasser dazu geben. Nach Belieben Kakao dazu geben und nochmals durchmixen.

2. Wenn die Masse die richtige Konsistenz hat (leicht klebrig) Bällchen daraus formen.

3. Am besten schmecken sie, wenn man sie für ca. eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lässt.

4. Im Kühlschrank sind sie wochenlang haltbar, können aber auch ohne Probleme eingefroren werden.



Da in einem Monat die zweiten Teammeisterschaften, diesmal beim Wien Triathlon, anstehen, ist mir aufgefallen, dass ich bisher noch gar nichts zum Debüt geschrieben habe. Aus dem Grund spule ich mal ein wenig in der Zeit zurück – zum 4. Juni 2017 zum Tulln Triathlon.

Lange, wirklich lange habe ich auf diesen Moment gewartet! Mein Traum war es, seit ich Triathlon mache, ein Team aufzubauen, mit dem ich gemeinsam und gegeneinander bei Triathlons starte. Da ich letztes Jahr in Tulln schon dabei war und mir der Bewerb sehr gut gefiel und auch die Nähe zu Wien gegeben ist, haben wir uns beinahe alle für den Sprint angemeldet.
Am Tag selbst war es etwas stressig. Philipp und ich sind extra aus Nähe Mariazell angereist, weil wir immer zu Pfingsten dort sind und dadurch, dass schon relativ früh der Paratriathlon Bewerb startete, kamen wir nirgends mehr durch und waren dadurch auch etwas spät dran. Da wir alle vereinzelt angereist waren, lief das Telefon heiß und jeder stand an einem anderen Parkplatz. Spätestens in der Wechselzone trafen wir uns alle und fanden es mega genial, dass wir alle nebeneinander unsere Plätze hatten.


Danach ging es schnell noch zu einem Gruppenfoto, bevor es zum Einschwimmen ging und es quasi ernst wurde. Da es sehr warm war, war Neoprenverbot angesagt, was den meisten von uns aus verschiedenen Gründen nur entgegen kam. Dann ging es schon los mit 750m im Tullner Aubad. Jakub kam wie geplant als erster nach nur 11:53, gefolgt von Kai und Philipp, die gleichzeitig mit 13:25 aus dem Wasser kamen. Als ich aus dem Wasser kam, sah ich Anna und Simon vor mir, was total motivierend war, auch wenn ich mit meiner Zeit von 15:06 alles andere als zufrieden war.

In diesem Jahr war die Radstrecke neu. Während sie letztes Jahr relativ flach war, ging es dieses Jahr den inzwischen von allen gefürchtete Flachberg hinauf. Dem Namen nach hatte keiner mit dem steilen Anstieg gerechnet. Ich musste fast alles im Wiegetritt rauffahren, weil die Steigung für meine Übersetzung zu steil war. Bei mir schoben schon ein paar Leute ihre Räder rauf. Auch ein paar von uns kamen den Berg entweder kaum oder nur schiebend hoch. Meines Erachtens war aber gar nicht der Berg das schlimme an dem Tag, sondern der extreme Wind, vor allem Böenartige Wind. Ich hatte vorne und hinten die 808er Zipp drauf und ich hatte wirklich Angst um mein Leben. Ich konnte kaum in der Aeroposition bleiben, weil es mir den Lenker vorne dauernd wegriss. Das schlimmste Stück war die Abfahrt vom Flachberg, weil es Serpentinen relativ steil runtergeht. In jeder Kurve drückte mich der Wind so in die Kurve rein, dass ich mich schon über der Leitplanke drüberfliegen sah. Aus dem Grund musste ich sehr viel bremsen und wie gesagt, Aeropoosition war auf den 20km eher die Ausnahme. Ich hatte zeitweise wirklich Todesangst (keine Übertreibung) und schwor mir, dass ich mir ab sofort immer ein Ersatzvorderrad zu Bewerben mitnehme, damit ich keinen Sturz riskiere. Vor allem gefährdete ich damit noch viel mehr die anderen Mitstreiter, weil ich oft einfach über die Mittellinie getragen wurde. Aber nicht nur ich hatte die Probleme, auch die anderen konnten mit den Windböen eher schwer umgehen.

Ich war heilfroh, als ich endlich vom Rad runtersteigen durfte und mich auf festem Boden begeben durfte. Jetzt hieß es noch 5km durchbeißen. Ich merkte schon nach einem KM, dass ich noch immer extrem im Panikmodus vom Radeln war und total wackelig auf den Beinen war. Außerdem wurde es immer heißer und schwüler. Nach ca. 2 KM kam mir Jakub entgegen, gefolgt von Kai und Philipp. Es war für mich total spannend, wer sich den „Weltmeisterpokal“ holen würde. Ich musste von Kilometer zu Kilometer mehr beißen und ich wurde immer langsamer. Vor allem nach der Winde machte mir der Gegenwind sehr zu schaffen. Was mich ein wenig ablenkte, waren meine entgegenkommenden Teamkollegen, denen ich zujubelte und die mich anfeuerten. Auf den letzten Metern war ich einfach nur froh, dass es endlich vorbei war. Das schönste aber war die Zielbegrüßung von den anderen Teamkollegen und „das Nachbesprechen“ des Bewerbes und das Anfeuern der nach mir ankommenden Kollegen.

Jakub und ich hatten uns die „Weltmeisterpokale“ geholt und durften uns auch über die Altersklassenplätze 3 und 1 freuen. Auch Philipp hatte sich den 3.Platz in der AK geholt. Wie man sieht ein erfolgreicher Tag für das Team Wechselzone.

An und für sich ist der Tulln Triathlon ein sehr sympathischer und relativ gut organisierter Triathlon. Die Zielverpflegung lässt keine Wünsche offen und auch das Finisher-Geschenk – ein großes Badetuch -  kann man als Triathlet gut gebrauchen. Tulln, wir sehen uns nächstes Jahr – mit hoffentlich weniger Wind.


Stimmen von den Teamkollegen

Anna: Der Tulln Triathlon in diesem Jahr war wirklich besonders, nicht nur, weil fast alle meiner Team Kameraden dabei waren, sondern auch, weil ich viel dazu lernen konnte. Besonders, dass man sich vor dem Rennen über den Wind informieren sollte und demnach seine Laufräder aussucht. Abgesehen davon war es ein echtes Highlight meinen Freund (Markus) bei seinem ersten Triathlon begleiten zu dürfen.

Sarah: Meinen ersten Massenstart habe ich gut überlebt und bin auch mit meiner Schwimmzeit sehr zufrieden, aber dann war die Radstrecke dran… Wie die meisten anderen hatte auch ich mit dem blöden „Flachberg“ und dem Wind zu kämpfen und konnte somit kein zufriedenstellendes Radergebnis erzielen. Beim Laufen wollten meine Waden nicht, was ich wollte, aber zumindest haben sie mich trotzdem brav ins Ziel getragen. Fazit: Ein schönes Event, gutes Wetter und tolles Startsackerl :) Nächstes Jahr weiß ich nun, was mich erwartet, deshalb werden jetzt mehr Berge gefahren. Vielleicht geht’s ja nächstes Jahr mit aufs Trainingslager!?

Kai: Um kurz und knackig zu bleiben, Tulln war nicht nur meine erste Sprint-Distanz, sondern auch eine Veranstaltung, die ich nächstes Jahr bestimmt wieder bei meinen Wettkämpfen wiederfinden werde. Zum Wettkampf selbst: Dafür, dass ich mich zurzeit auf meinen ersten Ironman vorbereite und nur lange Einheiten am Plan habe, konnte ich mich eigentlich gut präsentieren. Schwimmen war trotz Neoverbot mit 13 Minuten im passablen Bereich und ich bin quasi mit Teamkollege Philipp Hand in Hand aus dem Wasser raus. Mit einem schnellen Wechsel aufs Rad war das Schwimmen ohne Neo schon wieder wettgemacht. Am Rad habe ich begonnen, wie auf einer Halbdistanz, also eher gemütlich, um hinten raus genug Kraft zu haben. Aber dann dachte ich mir HALT, das sind ja nur 20KM und hab die Handbremse gelöst. Am Rad konnte ich Gott sei Dank ein paar weitere Plätze gut machen. Nach T2 stellte sich heraus, dass meine Laufbeine nicht vollständig funktionstüchtig waren und ich ein paar Plätze einbüßen musste. Auf dem letzten Laufkilometer musste ich mich dann auch noch von Philipp geschlagen geben und wurde mit 7sek. Rückstand auf den 3 Platz der Team Wechselzone Vereinsmeisterschaften verwiesen. Auf alle Fälle war es ein extremer Spaß mit dem besten Team. :)

Mathias: Nein, vielleicht nächstes Jahr… war meine Reaktion auf „Mathias, machst auch mit beim Tulln Sprint Triathlon?“ Warum? Nunja, eigentlich fahre ich nur gerne Rad, laufe viel und habe in Spartan Races meine Leidenschaft gefunden aber habe mit Schwimmen nichts am Hut und somit nicht die besten Voraussetzungen für einen Triathlon :-D Da sich Frau Präsidentin jedoch nicht so einfach abwimmeln lies, hieß es am Sonntag-Morgen den Rucksack packen, mit dem Rad nach Tulln fahren und die Sprint Distanz in Angriff nehmen. Schwimmen dauerte ewig, sodass ich in der Wechselzone ankam und bereits alle Räder meiner Teamkollegen und –kolleginnen weg waren. Auf der Radstrecke konnte ich dann einige Plätze gut machen, im Gesamtklassement, wie auch in der internen Teamwertung. Sehr schön finde ich jedoch den Namen „Flachberg“ für die Steigung auf der Hälfte der Radstrecke, da dieser verhältnismäßig steil war und man den einen oder anderen Mitstreiter das Rad raufschieben sah. Auf der Laufstrecke kam mir nach ca. 1km Kuba entgegen, dicht gefolgt von Kai und Philipp, die offenbar Gefallen daran gefunden haben Hand in Hand über die Ziellinie zu laufen :-D. Nach ca. 2 km und somit kurz vor der Wende kam mir unsere Präsidentin entgegen, auf die ich bis zum Ziel noch knapp 1min gutmachen konnte, jedoch reichte es hier bei weitem nicht um sie noch aufzuholen. Nächstes Jahr dann ;-) Fazit: Nach nur 3x Poolschwimmen gibt es hier mit einer einigermaßen anständigen Technik wohl am meisten Luft nach oben, gefolgt von kürzeren Zeiten in der Wechselzone. Radfahren und Laufen war grundsätzlich ziemlich ok aber natürlich ebenfalls ausbaubar :)

Tamara: Der Tulln Triathlon war eine echt tolle Veranstaltung! Der Start im Team gab mir viel Selbstvertrauen und so konnte ich eine PB erlaufen, trotz anfänglicher Aufregung. Die Organisation und die super Stimmung tat ihr Übriges. Ich komme gerne wieder, im speziellen wenn nächstes Jahr wieder unsere Team-Meisterschaften dort stattfinden werden ;)

Markus: Angespornt von Anna und dem Rest des Teams gab ich in Tulln mein Triathlon-Debüt. Gerade deswegen war ich kurz vor dem Startschuss doch etwas nervös. Doch als ich nach einer für mich akzeptablen Schwimmleistung aufs Rad stieg, war die Nervosität komplett verflogen und ich hatte ein dickes Grinsen im Gesicht. Wegen dem starken Wind waren die Bedingungen nicht gerade einfach, und auch der Flachberg ist irrerführenderweise keinesfalls zu unterschätzen! Dank der komplett abgesperrten Straße und den gut gekennzeichneten Abzweigungen konnte ich den Bike Part ohne große Probleme hinter mich bringen. Beim Laufen ging mir schon zu Beginn die Puste aus und die Hitze tat ihr Übriges. Da war es besonders motivierend, viele meiner Teamkollegen auf der ebenfalls komplett abgesperrten Laufstrecke direkt an der Donau zu sehen und sich gegenseitig anzufeuern! Die ausgelassenen Stimmung im Zielbereich ließ mich nochmal alle Kräfte mobilisieren und so konnte ich meinen ersten Wettkampf in toller Atmosphäre erfolgreich meistern. Alles in allem ist der Tulln-Triathlon ein supernettes, toll organisiertes Event, das bei mir die Begeisterung für den Triathlon endgültig geweckt hat!

Platzierung männlich

1. Jakub
2. Philipp
3. Kai
4. Simon
5. Mathias
6. Markus

Platzierung weiblich

1. Sabine
2.  Anna
3.  Sarah
4.  Tamara

Alle Infos zum Event: http://www.tulln-triathlon.at/

Auffällig und doch schlicht, schlank, aber vor allem schnell – so sieht On's "Neuer" der auf den Namen „Cloudflash“ hört, aus. Wir, das Team Wechselzone, hatten die Gelegenheit, den neuen Schuh als Gruppe exklusiv zu testen. Wie er sich angefühlt hat und was wir von dem neuen Modell halten, haben wir hier zusammengefasst.





Sabine

Als ich das neue Modell zum ersten Mal bei der Vienna City Marathon Messe in Händen hielt, dachte ich mir nur „WOW, der schaut schnell aus!“. Auch nach dem Reinschlüpfen und den ersten Metern war ich noch immer begeistert, denn der Schuh sah nicht nur schnell aus, er fühlte sich auch so an. Vor allem spürte man den Schuh aufgrund seines kaum vorhandenen Gewichts kaum.
Wochen später, als ich ihn dann richtig testen konnte, fiel mir auf, dass er sehr direkt und etwas härter ist, aber aufgrund der Clouds trotzdem noch dämpft und federt. Meine 200m Intervalle liefen sich fast von alleine. Der Cloudflash ist im Gegensatz zu allen anderen On Modellen größer und etwas breiter geschnitten – ich habe im Normalfall Gr.40 und hier benötige ich eine 39. Das Obermaterial ist viel „stoffiger“ und passt sich an den Fuß an, jedoch ist die Zehenbox etwas niedriger und meine verformten großen Zehen sind von außen gut sichtbar ;) Beim ersten Lauf war ich dadurch etwas irritiert und fand es etwas störend, beim zweiten Lauf habe ich es aber nicht mal irgendwie mehr gemerkt. Ich denke, dass er bei mir vor allem bei Intervallläufen und Wettkämpfen zum Einsatz kommen wird (Langzeittest folgt!).


Jakub

Ein fast minimalistischer Laufschuh, der den Spagat zwischen Schnelligkeit und Komfort beeindruckend schafft. Direkt, präzise aber zugleich nicht zu eng im Vorfußbereich. Die nahtlose Innenkonstruktion ermöglicht es den Schuh barfuß in einem Wettkampf zu laufen ohne Schäden davonzutragen. Die Ferse wird durch die Innensohlenkonstruktion gut festgehalten und bietet dem ganzen Schuh-Fußsystem einen hervorragenden Halt. Er lädt geradezu zum schnellen, dynamischen Laufen über den Vorfuß und Mittelfuß ein. Die größte Stärke des Cloudflash scheint zugleich auch seine einzige Schwäche zu sein. Freude mit diesem Modell werden wohl eher schnelle Mittelfuß und Vorfußläufer haben, denn er entfaltet sein volles Potential erst bei höheren Lauftempi.


Mathias

Der Cloudflash fühlt sich nicht nur extrem schnell und direkt an, sondern sieht durch das weiße Gewebe auch verdammt schnell aus. Optimal für kurze Distanzen und ein absoluter Pflichtkauf!

Markus


Sofort weiß das Schweizer Leichtgewicht durch sein dynamisches Design und beeindruckende Flexibilität zu punkten. Bei mittlerem Tempo läuft sich der Cloudflash sehr direkt und gibt dem Vorfuß viel Bewegungsraum, ohne sich dabei störend locker anzufühlen. Aufsetzen mit der Ferse ist bei dem Schuh allerdings keine gute Idee, dafür fehlt es einfach an Dämpfung. Bei höherem Tempo ist der Cloudflash voll in seinem Element. Das Gefühl eins mit der Straße zu sein, setzt sich in unmittelbarem Vortrieb um und lässt das Läuferherz höher schlagen. Dieser Schuh will nur eines: Schneller! Positiv anzumerken ist außerdem die fast nahtlose Konstruktion, dank der auch Barfußträger voll auf ihre Kosten kommen. Der Schuh fällt deutlich größer aus als gewohnt, Größe 45 sitzt bei mir perfekt. Zum Vergleich: ich trage bei anderen Laufschuhen (auch bei On) Größe 46 oder 47. Fazit: Top verarbeiteter Premiumschuh, der Tempo liebt. Werde ich nicht nur bei Wettkämpfen regelmäßig im Einsatz haben!


Sabrina

Eigentlich stehe ich neuen Laufschuhen eher skeptisch gegenüber. Das betrifft vor allem Wettkampfschuhe. Optisch lässt der On Cloudflash keine Wünsche offen- ein schmaler wahnsinnig gut verarbeiteter Schuh, bei dessen Anblick man sofort hineinschlüpfen und loslaufen will. Gesagt, getan und schon wurden die ersten Meter zurückgelegt. Wie auch schon beim On Cloud war ich anfangs nicht ganz überzeugt. Zwar ein sehr direkter und leichter Schuh, nur richtig "warm" wurden wir auch nach 3,4 km nicht. Irgendetwas überzeugte mich anfangs nicht, der "Wow" Moment fehlte. Da es jedoch auch beim On Cloud sehr ähnlich war, beschloss ich ihm eine zweite Chance zu geben und erstmals bei einem Wettkampf mit anderen Schuhen, als bisher zu laufen. Wer mich kennt, der weiß, dass das für mich eher unüblich ist. Diese Entscheidung war eine gute, denn ich war von Anfang an begeistert. Mit einer Leichtigkeit überholte ich meine Mitstreiter, ich lief wie auf Wolken. Auch der abwechslungsreiche Untergrund- es wurde über Schotter, Asphalt und auch Wiese gelaufen- stellte für den Cloudflash dank seines guten Grips kein Problem dar. Wettkampfbedingt wurde ohne Socken gelaufen und auch dies meisterte der Schuh mit Bravour. Ohne Blasen und völlig zufrieden erreichte ich das Ziel- so zufrieden, dass ich danach beschloss, den Cloudflash in mein Laufschuhrepertoire aufzunehmen.


Für weitere Details zum Cloudflash, gibt es alle Infos hier auf der On Seite: https://www.on-running.com/

Da ich in Kärnten aufgewachsen bin, kannte ich den Ironman schon als 12jährige. Ich begriff damals nicht, was diese Veranstaltung eigentlich auf sich hatte, vor allem was die Teilnehmer in diesem Rennen leisten. Erst als ich selbst mit Triathlon angefangen habe, verstand ich, was bei dieser Veranstaltung eigentlich passiert: ca. 3000 Athleten gehen über ihre Grenzen hinaus und erreichen Unschaffbares. Sie trainieren Jahre auf ihr Ziel, um das Unmögliche möglich zu machen. 2015 und 2016 waren Philipp und ich hautnah dabei und haben zig Athleten angefeuert, um ihre Motivation während eines doch sehr langen Rennens aufrecht zu erhalten. Vor allem letztes Jahr war dieses Erlebnis sehr intensiv, weil doch einige Freunde und Bekannte mitmachten und wir somit noch mehr miterleben konnten, wie sie die Höhen und Tiefen eines solchen Rennens durchlebten. Ich merkte schnell, dass sich Philipp von den Emotionen und der Stimmung richtig anstecken ließ, nein, davon richtig infiziert wurde. Ich wusste, dass er bereit war und versuchte ihm gut zuzureden, damit er sein Vorhaben umsetzte....
Kai lernten wir erst dieses Jahr kennen und prompt war er auch für den Ironman Austria angemeldet. So konnten sich die beiden gegenseitig gut pushen, vieles besprechen und vor allem sich die Nervosität gegenseitig etwas nehmen.

Philipps Vorbereitung


Die Reise begann am 26.06.2016 als sich eine innere Stimme mit den Worten „Tu es!“, angestachelt durch einen kleinen Belgier Namens Marino, nicht mehr unterdrücken ließ. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, ob ich wirklich bereit für eine Langdistanz war, aber das wird man wohl nie wissen solange man es nicht einfach mal ausprobiert. Somit gewann eine Woche nach dem 8. Triumph von Marino, auch die innere Stimme über die Vernunft und ich meldete mich für den Ironman Austria 2017 an. Ich hatte noch ein Jahr zum Trainieren und mit der professionellen Hilfe meines Trainers sollte zumindest das Finishen erreichbar sein. Von da an geisterte in nahezu jeder Trainingseinheit der Ironman durch meinen Kopf. Ich las mich immer mehr in die Thematik ein und rechnete meine Möglichkeiten aus. Mit der Zeit kristallisierten sich meine Ziele heraus. Da ein einfaches Finishen mir zu unkonkret war, steckte ich mir unterschiedliche Zeitziele, je nachdem wie das Rennen verlaufen würde wollte ich mindestens die sub 11 Stunden schaffen, aber eigentlich doch unter 10:30 finishen. Sollte meine Vorbereitung ohne größere Vorfälle und das Rennen perfekt verlaufen wollte ich die Zeit eines befreundeten Triathleten aus dem Jahr 2016 angreifen – 10:17:40.

Die Wintervorbereitung verlief recht unspektakulär. Viele längere, aber nicht allzu lange Einheiten, was mich eigentlich verwunderte, denn ich hatte mit viel mehr und vor allem längerem gerechnet. Der erste Wettkampf im Mai gab mir nochmal richtig Selbstvertrauen, weil vor allem meine Schwimmleistung sich über den Winter enorm gesteigert hatte. Während die Tage am Countdownzähler auf meinem Handy allmählich weniger wurden und ich immer mehr kurze Wettkämpfe bestritt, stiegen allerdings auch meine Zweifel – irgendwie konnte ich am Rad und in den Laufschuhen nicht die Leistung in den Wettkämpfen erbringen, die ich erhoffte. Zu diesem Zeitpunkt kam zum Glück die Generalprobe beim Ironman 70.3 St. Pölten bei der ich zwar durch schlechte Wetterbedingungen mein Ziel von sub 5 nicht erreichte, aber die Leistung und das Durchhaltevermögen bei dem katastrophalen Wetter, gaben mir wieder Aufschwung. Soviel Aufschwung mir diese Generalprobe gab, nahm mir aber die nächste. Beim Neufelder Seecrossing sollte zum ersten Mal ansatzweise die Distanz der ersten Disziplin unter Wettkampfbedingungen absolviert werden. Bei diesem Test ging sehr viel schief und ich haderte mit mir und dem Ergebnis nahezu bis zum Start in Klagenfurt. Einen kleinen Motivationsschub haben mir die zwei Europameisterschaften in Kitzbühel und Düsseldorf gegeben, bei denen ich mit bewusst angezogener Handbremse recht solide Ergebnisse erzielte. Kaum war die EM in Düsseldorf vorbei, standen auf meinem Countdown nur noch 7 Tage. Langsam wurde es also Zeit sich Gedanken über die Renngestaltung zu machen. Die letzten Tage vor dem Start waren geprägt von Nervosität und Unsicherheit, weil ich nicht wusste, ob es durch die doch sehr unkonstante Vorbereitung im letzten halben Jahr, schaffen würde.

Kais Vorbereitung



Dieser Tag war so voller Emotionen, dass ich gar nicht weiß, wie ich diesen in einem kurzen Bericht zusammenfassen soll. Beginnen wir mal mit einem Abstecher in die Vergangenheit. Die eigentliche Idee einen Ironman zu machen, kam mir schon vor 5 Jahren aber da hatte ich weder etwas mit Triathlon noch mit Ausdauersport zu tun. Lange fehlte mir der nötige Ansporn das Eisenstemmen hinter mir zu lassen und mich dem wohl besten Sport zuzuwenden. 2015 war es dann soweit, ich kaufte mir ein Rennrad ging 2-3 mal pro Woche schwimmen und absolvierte meine erste Olympische Distanz und wie man es so macht, wenn man vom Triathlonfieber gepackt wird, meldete ich mich kurzer Hand für mein erstes 70.3 Rennen an, weil irgendwie würde es schon gehen und mein Ziel hier, war ja schon 2017 beim Ironman Austria am Start zu stehen. Da ich doch von gewisser ehrgeiziger Natur bin und ein Durchkommen mir nicht reichte, suchte ich mir im Herbst 2016 einen Coach, um einerseits den Stress der Trainingsplanung zu entgehen und um bestens vorbereitet zu sein. Hier landete ich über Empfehlungen bei Markus Ressler / Trialize, der beste Coach mit den wohl meisten Selfies :P. Zu meinem größten Glück lernte ich in meiner Vorbereitung auch das Team Wechselzone kennen, bei welchem ich mich nun stolzes Mitglied nennen darf. Allein durch dieses Team ist man min. 10 % schneller. Die Vorbereitung war mehr als neu für mich. 2 bis 3 Stunden Laufeinheiten bzw. 4 bis 6 Stunden Radeinheiten standen wöchentlich am Plan. Bis zu dem Zeitpunkt war mein längster Lauf ein Halbmarathon bzw. meine längste Radeinheit 115km. Klar, gab es immer wieder Up and Downs in der Vorbereitung, aber auch diese sind vergangen. Die Vorbereitung verlief eigentlich sehr gut, bis auf ein kleines Schulterleiden und Knieprobleme, auf welche der Coach sofort und richtig reagierte, so dass es mich nur kurz einschränkte. Ich gestalte die Wettkampfsaison eher Wettkampfarm, um meinen Fokus voll auf diesen einen Tag zu setzen. Mit einer Halbdistanz in Kroatien im April, als Staffelläufer beim 70.3 Ironman St.Pölten, Sprint Distanz in Tulln und dem Neufelder Seecrossing hatte ich immer genug Zeit weiterhin meine Kilometer abzuspulen. Die letzten Wochen vor dem Ironman Austria war ich eigentlich sehr entspannt, da ich wusste, dass ich viele Kilometer gesammelt hatte und von unserem Coach Markus Ressler bestens vorbereitet wurde. Der Material Check am Samstag vor dem großen Tag, stellte diese Ruhe aber nochmals auf die Probe, da bei der letzten Kontrollfahrt mir zuerst der Flaschenhalter abgebrochen ist und ich dann merkte, dass die Schaltung nicht mehr so funktionierte wie sie sollte. Zum Glück war dies alles nichts Gravierendes und durch viele nette Worte und dem super Bike Service war alles schnell behoben und die Problemchen vergessen. Nachdem alles in der Wechselzone verstaut war, ging es nochmal schnell ohne Neo in den Wörthersee, da noch immer nicht sicher war, ob der 19. Austria Ironman ein Wetsuit- oder Non Wetsuit-Race werden würde.

Philipps Renntag


Als am 2. Juli um 4 Uhr mein Wecker läutete war ich sofort voller Energie, fühlte mich Bärenstark und freute mich enorm auf den Start – natürlich war ich auch ordentlich nervös. Umso näher ich der Startlinie kam, umso ruhiger und fokussierter wurde ich. Durch den Rollingstart konnten Kai und ich unseren Start so timen, dass wir gemeinsam auf die Strecke geschickt wurden. Auf den ersten 2km war ich komplett fokussiert auf meinen Rhythmus. Leider konnte ich keinen geeigneten Athleten finden, an dem ich mich anhängen konnte, aber durch das ständige Überholen, der sich zu schnell eingeschätzten „schnellen Welle“ hatte ich trotzdem einen gewissen Wasserschatten. Bei der zweiten Wende sah ich plötzlich, wie mich Kai überholte. Ich versuchte mich anzuhängen, hatte dabei aber komplett meinen Rhythmus verloren und wurde hektisch. Somit entschied ich, lieber meinen Rhythmus wieder zu finden und die restlichen ca. 1,3 km in meinem eigenen Tempo fertig zu schwimmen. Im Lendkanal wurde es relativ eng und ich wurde etwas durch die ständigen Schläge gegen Füße, Körper und Kopf etwas beunruhigt. Also konzentrierte ich mich auf die Zuschauer am Seitenrand und konnte bei jedem Atemzug den besten Betreuerstab, der mich den ganzen Lendkanal begleitete sehen. Als ich nach 1 Stunde und 4 Minuten aus dem Wasser stieg, konnte ich die Zeit kaum glauben - ich hatte mich gegenüber Neufeld enorm gesteigert. In der Wechselzone verlief alles wie am Schnürchen – ich fand sofort mein Wechselsackerl, konnte mein ganzen Lunchpaket schnell in meine Trikottaschen packen und sprang aufs Rad.

Fürs die 180 Km hatte ich mir einiges vorgenommen. Erstens wollte ich konstant meine 80-90 Umdrehungen fahren und mich dabei nicht komplett abschießen. Trotzdem wollte ich eine avg speed von ca. 34 km/h auf den Asphalt bringen. Ernährungstechnisch war ich bis zum Abend vor dem Start nicht sicher, ob meine Taktik die richtige war. Ich habe mich nach Absprache mit meinen Trainer darauf geeinigt, dass ich alle 20min einen halben Energieriegel esse und immer wieder schluckweise Iso und Wasser zu mir nehmen würde. Durch dieses ständige Essen bekam ich nie ein Hungergefühl, verlor nie an Energie und hatte eigentlich immer etwas zu tun. Ab KM 120 sollte/könnte ich auch auf Gels umsteigen -  dies tat ich allerdings erst ab km 150 weil ich meine Finger nicht mehr klebrig machen wollte mit den Riegeln ;) (Princess on the Bike). Zusätzlich hatte ich noch selbstgemachte Energieballs und ein Salzstangerl mit Schinken und Käse, falls ich mal Lust auf etwas Salziges bekommen würde, im Gepäck – dies fuhr ich allerdings nur spazieren. Die erste Runde verlief extrem gut und ich konnte richtig aufs Tempo drücken, allerdings konnte man sich nicht wirklich vor dem unfreiwilligen Windschattenfahren retten. Vor allem auf der Süduferstraße war so extrem viel Verkehr, dass die geforderten 12m Abstand nicht einzuhalten waren. Dies löste sich allerdings von selbst auf den hügeligeren Passagen auf. Auf der ersten Runde kamen mir diese Hügel mitunter auch der Rupertiberg gar nicht so schlimm vor. Dies änderte sich allerdings auf der zweiten Runde, denn da wurden die Hügel zu Bergen und man musste doch etwas mehr treten. Somit wurde aus der gefühlt leichtesten je befahrenen Strecke doch noch etwas Herausforderndes. Was mich aber am meisten beeindruckte, war, dass mir nie langweilig wurde und ich auch nie über meinen Grenzen gefahren bin und trotzdem mit 5:14 eine für mich spitzen Zeit erzielt habe.

Der zweite Wechsel verlief genauso reibungslos wie der erste. Noch bevor ich es wirklich realisieren konnte, war ich schon wieder aus der Wechselzone draußen und legte ungewollt richtig schnelle km auf die Laufstrecke. Die ersten 4 Km waren in einer Pace von ca. 4:30 bis 4:45/km. Zu diesem Zeitpunkt musste ich mich trotz eines wirklich guten und lockeren Gefühls bremsen. Ich pendelte mich dann bei einer Pace zwischen 4:55 und 5:20/km ein. Auch beim Laufen legte mir mein Trainer eine Ernährungsstrategie nahe. Im Groben nahm ich jede 2. Labe Station ein Gel und bei der andern Labe Cola zu mir. Die ersten 28km vergingen wie im Fluge, auch wenn ich sagen muss, dass mir der erste Teil der Laufstrecke (Europapark- Krumpendorf – Europapark) deutlich besser gefällt als der zweite Teil (Europapark – Zentrum – Europapark). Ich weiß nicht an was es lag, ob an den Zuschauen, der Vorbereitung, dem super Wetter, der durchdachten Nahrungszufuhr oder ganz anderen Dingen (Anmerkung der Redaktion: oder den motivierten Cheerern), aber ich konnte während des ganzen Marathons, wie auch schon auf der Radstrecke, durchlachen und begann sogar bei einer Labestation und bei meinem Betreuerstab zu tanzen :). Während des Laufen kamen immer wieder die Gedanken an die Ziellinie und bekam Gänsehaut und musste sogar mit den Tränen kämpfen. Als ich zum zweiten Mal im Zentrum war und dabei wieder einmal Sabine am Streckenrad traf, teilte sie mir mit, dass ich zurzeit auf unter 10 Stunden Kurs bin. Ich hatte bis zu diesen Zeitpunkt keine Ahnung, wie gut ich eigentlich unterwegs war, da ich nie auf meine Uhr geschaut habe. Also nahm ich nochmal die Beine in die Hand und versuchte die Pace nochmal etwas zu steigern. Dadurch wurden die letzten 3 KM etwas härter als die 39 zuvor. Der Zieleinlauf in Klagenfurt war mit Abstand der emotionalste in meinem Leben. Für das Gefühl auf der Zielgerade haben sich alle Strapazen im letzten Jahr gelohnt und selbst die 3 Minuten über den 10 Stunden, konnten meine Freude über das unglaubliche Finishen nicht trüben (oder zumindest nur kurz). Es waren 10 Stunden 3 Minuten und 38 Sekunden voller Emotionen. Danke Markus Ressler, dass du mich trotz meines straffen Zeitplans (sowohl zahlreiche Wettkämpfe als auch Dienstreisen) für den 2. Juli eisern hinbekommen hast. Danke auch an das beste Team der Welt, die mich durch die Strecke getragen haben und mich immer kräftig angefeuert haben. Und ein ganz großes Danke an Sabine, dass du meine leichte Grundnervosität in der Vorbereitung ertragen hast ;) Somit bleibt nur mehr zu sagen: "Anything is Pospisil!"

Kais Renntag


Der große Tag begann schon um 3 Uhr früh. Kurz vor 5 Uhr war ich in der WZ, um nochmal das Bike zu kontrollieren und die Wechselbeutel zu befüllen. Bis jetzt verlief alles nach Plan und ohne Stress. Als besonderer Support war neben dem besten Team auch meine Freundin und Mama bereits um 5:30 vor Ort. Nach einem kurzen Aufwärmen schlüpfte ich in meinen Neo und machte mich mit Philipp und Rok auf in den Startbereich. Natürlich entschieden Philipp und ich nebeneinander zu starten, um einen kleinen internen Vergleich zu haben, was aber keiner zu gibt. :P Nun war es soweit, endlich durften wir unser Abenteuer von 226 Schwimm-, Rad- und Laufkilometern starten.

Das Schwimmen begann recht gut, schnell konnte ich ein angenehmes Tempo finden und mich vorarbeiten, aber bereits nach 1000 Metern prallte ich auf die ersten Brustschwimmer bzw. die „schnelle Welle“ (die angeblich sub 1 Stunde Schwimmer), was mich ein wenig ausbremste. Nach der ersten Wende hatte ich aber wieder Platz und konnte Tempo machen. Doch am Weg Richtung Lendkanal wurde das Wasser sehr unruhig und wellig, was nicht meine liebsten Bedingungen sind. Durch das auf und ab und die doch fast zu warmen Temperaturen mit Neo wurde mir ziemlich übel und es fühlte sich an, als ob es mir im Hals anstand. Ich nahm Tempo raus, um mich wieder zusammenzusammeln. Bevor es in den Lendkanal auf die letzten Schwimmkilometer ging, musste ich an einer flachen Stellen anhalten, die Brille abnehmen und mir Wasser in den Neo bzw. ins Gesicht schütten. Anzuhalten war nicht leicht, weil schon die ersten Gedanken des Versagens in den Kopf kamen. Als ich wieder 100 m weiter geschwommen bin, musste ich nochmals stoppen, weil dieses Übelkeitsgefühl nicht verschwinden wollte. Ich entschied mich mit langen Zug und eher lockerem Tempo den letzten Teil der Schwimmstrecke zu absolvieren. Klar konnte ich so meine Zielzeit von der 1h nicht erreichen, aber was sind schon 6 min, gesehen auf einen fast 10:30 Stunden Renntag. In der T1 ging ich es ruhig an, um mich vom Schwimmen zu erholen und mich zu sammeln, weil das Letzte was ich am Rad gebrauchen konnte, waren Magenprobleme. 

Doch schon saß ich nach 6 min am Rad und hatte 180 Kilometer vor mir. Hier konnte ich auch einen kurzen Blick auf Phillip erhaschen, der ca. 5 min Vorsprung hatte. Am Rad war das Schwimmen schnell vergessen und ich konnte gleich Tempo machen und spulte die ersten 90 km mit einem fetten Grinsen in Gesicht in knapp 2:32 Stunden ab. Verpflegung am Rad war super und ich konnte genug essen bzw. trinken aber mir war bewusst, dass das Tempo in der ersten Runde zu hoch war. So kam es, dass mir bei der nächsten Labe zuerst vor dem Abbeißen der Riegel aus der Hand fiel und ich dann bei Kilometer 115 das Tempo drosseln musste, weil die Oberschenkel leicht zu krampfen begannen. Hier kamen mir die Worte vom Coach in dem Kopf, dass man nicht verzweifeln sollte, sondern in dem Fall vermehrt Energie zuführen wollte. In der zweite Runde waren die Anstiege nicht mehr so genüsslich, aber ich wusste, wenn ich das zweite Mal bei den „Trialize Zebras“ am Rupertiberg vorbei kommen würde, hatte ich es geschafft. Die zweite Runde war wesentlich langsamer als die erste und ich beendete die 180 km mit 5:16 Stunden, aber ich musste ja auch noch einen Marathon (mein erster überhaupt!) laufen. Eigentlich wollte ich wie immer elegant vom Rad absteigen aber naja. =) In T2 musste ich erstmal aufs WC, wie ich das gelöst habe erörtere ich jetzt nicht weiter ;). Obwohl ich jetzt schon über 6 Stunden im Rennen war, fühlte ich mich extrem stark.

Mit meinen ON Cloudflow Schuhen (Bester Schuh für einen Ironman, wie ich finde) an den Füßen, ging es richtig aufgewärmt zu meinem ersten Marathon. Ich konnte auf den ersten 17 km Laufen nicht verstehen, wie man noch lachen konnte, nach über 7 Stunden Sport. Aber ein paar Kilometer später, fing es dann doch an etwas weh zu tun. Hier schaute ich auch zum ersten Mal auf die Gesamtzeit. Den ersten Halbmarathon konnte ich in 1:50h Stunden absolvieren und ich fing an zu rechnen und kam zu dem Entschluss, dass wenn ich auf Nummer sicher gehe, trotzdem mein inoffizielles Ziel von sub 10:30 schaffe. Das Laufen war einfach der Hammer. Jeder feuerte einen an und auch bei den Laben wurde man motiviert weiter zu laufen und auch der Plan mit einmal Cola und einmal Gel an den Laben funktionierte super. Besonderer Dank geht an alle Freunde die da waren. Es war immer wieder eine Motivation vorbeizukommen und zu merken, wie sehr ihr euch für mich/uns freut und unterstützt. Auch als mir Philipp immer wieder entgegengekommen ist, war eine große Motivation. Einfach Hammer, dass er einen perfekten Tag erwischte und sein persönliches Ziel quasi pulverisierte - ein richtiger Ansporn für mich, noch härter zu trainieren. 
Doch meine größte Motivation stand vor dem Ziel. Wie auch beim Ironman 70.3 in St.Pölten 2016, hatte ich auch hier das Privileg eines besonderen Empfangs auf der Ironmile. Meine Freundin ist Teil der Milleniumdancers, welche im Zielbereich tanzten. Mit Tränen in den Augen lief ich in ihre Arme und holte meinen verdienten Ironman-Kuss ab. In diesem Moment realisierte ich auch, dass dieses Abenteuer nach 10:24:11 sein Ende fand. Diese Gefühle und Gedanken in diesem Moment waren der Hammer. Besonders weil alles so gut verlief und ich diese 226 km nahezu komplett genießen konnte und hey, ich habe eine Ironman PB und eine Marathon PB aufgestellt  =) Im Ziel war ich einfach froh mal zu sitzen bzw. musste mich hinlegen. Ich war voller Freude, aber andererseits komplett leer bzw. fühlte es sich so an als wäre ich komplett betrunken gewesen. Im Ziel waren alle da, von meiner Familie bis hin zu Philipps und Sabines Familie, um uns zu gratulieren. Leider konnte ich in dem Moment nicht so agieren, wie ich es gerne getan hätte, aber ich denke, das haben alle verstanden. =) Jetzt 3 Tage später kann ich langsam wieder normal gehen und sitzen (war ein wenig wund am Hintern). Abschließend möchte ich mich nochmals bei allen für den Support bedanken und sagen, dass dies bestimmt nicht mein letzter Ironman war. Es gibt noch vieles zu erreichen, vielleicht die SUB 10 Stunden 2018 (ja ich weiß ich habe gesagt ich mach keinen 2018, aber einer ist fast keiner ) oder doch der Traum einmal in Kona auf Hawaii zu starten (Bis 2019 habe ich noch Zeit mich in der AG 25-29 zu qualifizieren). Wir werden sehen. In diesem Sinne „YES, WE KAI!“



Auch ich möchte hier noch mal meinen großen Respekt an die beiden aussprechen. Vor allem wie souverän sie ihre Leistung an diesem Tag abrufen und sich selbst dabei auch noch feiern konnten. Sie haben mich an dem Tag auch mit dem Ironman-Fieber infiziert und ich weiß, dass ich zwar noch nicht nächstes Jahr, aber bald auch in Klagenfurt am Start stehen werde. Respekt ihr zwei für eure mega Leistung und die Hammer Zeiten! Ich bin stolz mit euch in einem Team sein zu dürfen :)